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  • Vorbereitet sein (Blackout)

    Diskussion · 78 Beiträge · 8 Gefällt mir · 853 Aufrufe
    von Alfred aus Gerasdorf
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    Ich bin beileibe kein "Prepper" (von: preparedness ... vorbereitet sein). Trotzdem lohnt es sich doch, einige Gedanken an das "was wäre wenn" zu "verschwenden". Unsere Gesellschaft hat einen hohen Grad an Sicherheit erreicht, und wir brauchen uns keine Gedanken mehr um unsere persönliche Sicherheit zu machen. Wir können also den Schlaf des Gerechten schlafen. Aber ist das wirklich so?

    Eines der Szenarien die in den letzten Jahren mehr und mehr durch die wissenschaftliche Szene heraufbeschworen wird, ist der Blackout. Was versteht man darunter? Einfach gesagt ... in Europa wird's finster.

    Woran liegt das? Nun, diese Szenarien gibt es schon relativ lang. Sie sind erstmals im Zuge der Privatisierung aufgekommen, und wurden durch einige Ereignisse in den USA bestätigt, dass Energieerzeugung staatliche Regulierung braucht, um technischen Verfall und dadurch weitreichende Stromausfälle zu vermeiden. Ein Zustand, den wir in Europa Gott sei Dank haben. Allerdings wird das immer mehr in Frage gestellt. Nun haben wir aber eine deutsche Politik, die sich "grün" wichtig macht, und die "Energiewende" herbeiführen will.

    Der Erfolg dieser Politik ist ein nahezu ungebremster (weil staatlich geförderter) Ausbau von Sonnen- und Windkraftanlagen. Allerdings spricht man in manchen Kreisen hierbei von "Zappelstrom" ... im Gegensatz zu konventionellen Kraftwerken, die einmal gestartet konstant Energie liefern, ist die Energielieferung von "grünen" Anlagen kaum kontrollierbar. Der Erfolg ist, dass bereits heute Deutschland mit hohen Kosten überschüssigen Strom ans Ausland exportieren muss, wenn die Anlagen zu viel Strom produzieren (was natürlich im Sinne der Betreiber ist), und zu anderen Zeiten (Nacht, Windstille) teuren Strom importieren muss.

    Was hat das nun alles mit einem Blackout zu tun?

    Das Netz lebt von der konstanten Einhaltung der Netzfrequenz von 50Hz, die im gesamten Netz (durch die europäische Vernetzung von der Nordsee bis nach Marokko und die Türkei) konstant und synchron sein muss. Ansonsten fließen Ausgleichsströme durch die Leitungen, und es kommt zum Ausfall ganzer Starkstromtrassen und daraufhin zu nationalen Zusammenbrüchen der Stromversorgung.

    D.h., wird in Deutschland der "Zappelstrom" weiterhin so ausgebaut wie bisher, dann steigt mit jedem Ausbau und mit der Größe der Kraftwerke die Wahrscheinlichkeit für einen Blackout. Dieser kann regional sein, kann aber auch ganz Europa betreffen.

    Womit wir endlich beim Thema dieses Artikels wären. Egal was uns triffft, ob es ein Blackout ist, ein Meteor die Erde trifft, ein Vulkan ausbricht oder es enfach in der freundlichen Fabrik nebenan oder beim Nachbarn brennt ... wie haben wir vorgesorgt? Nicht für den Fall, wo irgendeine Versicherung den materiellen Schaden ersetzt, sondern wo es wirklich ums Überleben geht.

    Warum?

    Gerade der Blackout ist ein sehr wahrscheinliches Szenario, in dem wir es nur der Schnelligkeit und Umsicht der jeweiligen Netzbetreiber verdanken können, wenn der Schaden so gering wie möglich gehalten wird.

    Na ja, wird man sagen, Stromausfall ... ich hab' eh Kerzen zu Hause. Nun, so lauschig ist es nicht. Berechnungen deuten darauf hin, dass bei einem europaweiten Stromausfall mehrere Tage vergehen, bis Inselbetriebe wieder funktionieren, in Europa wieder ein funktionierendes Stromnetz herzustellen kann 14+ Tage in Anspruch nehmen.

    Was essen wir in dieser Zeit (Supermärkte bringen nicht einmal mehr die Türen auf, keine Kassa funktioniert mehr)? Wo bekommen wir Wasser (die Wasserversorgungen sind auf elektrische Pumpen angewiesen)? Womit heizen wir (im Winter), womit kühlen wir (im Sommer) unsere Lebensmittelvorräte? Womit und wohin spülen wir unsere Exkremente weg?

    Stellt euch selber die Frage ... wenn jetzt in diesem Moment der Strom ausfallen würde, wie lange könntet ihr dann mit den vorhandenen Mitteln überleben?

    Egal was passiert und wie es passiert ... es macht doch Sinn, sich einmal Gedanken darüber zu machen. Wie schnell habe ich meine Dokumente griffbereit? Für wie lange Zeit habe ich Vorräte? Wohin kann ich gehen, mit wem kann ich mich zusammenschließen, und vor allem, wie stelle ich das an, wenn ich kein Benzin mehr bekomme, keine Kommunikation mehr funktioniert (Handykommunikation ... ein paar Stunden)? Was ist, wenn ich einfach nur weg muss, weil die giftigen Dämpfe der freundlichen Lackfabrik von nebenan grade durch einen Brand durch meine Räumlichkeiten wallen. Wie schütze ich mich gegen solche Fälle?

    Ein paar Gedanken dazu können hier im wahrsten Sinne lebensrettend sein!

    12.10.19, 17:39

Beiträge

  • 17.01.20, 23:06

    Ludwig:

    Alfred: Na ja, das its halt so ein bisser die wiener Mentalität ... nicht jeder hat die Donau vor der Haustüre,  ....

    Also, uns Wiener beneidest Du um die Donau

    Hatte ich das gesagt? Ich sagte, es gibt Leute die eben keine Donau vor der Haustüre haben, oder sie erreichen können - eine völlig andere Qualität.

    Alfred: Auf den Marchfeldkanal kann man halt nicht so sehr setzen, weil der Donauwasser ist.

    Aber Dir ist das Donauwasser aus dem Marchfeldkanal zu minder?

    Ja, denn die Sandfilter sind so schwach dimensioniert, dass zwar die ganzen Grobstoffe aus der Donau nicht durchkommen, die chemischen Verunreinigungen aber sehr wohl.

    Apropos ... weil Du meintest Entlastungsgerinne ... eine Bekannte hatte in dem Labor gearbeitet, in dem in den ersten Jahren die Wassertests für die Donauinsel gemacht wurden ....

  • 17.01.20, 21:30

    Alfred: Na ja, das its halt so ein bisser die wiener Mentalität ... nicht jeder hat die Donau vor der Haustüre,  ....

    Also, uns Wiener beneidest Du um die Donau

    Alfred: Auf den Marchfeldkanal kann man halt nicht so sehr setzen, weil der Donauwasser ist.

    Aber Dir ist das Donauwasser aus dem Marchfeldkanal zu minder?

  • 17.01.20, 20:09

    Ludwig:

    Ingrid:

     .... sich neue Techniken zu überlegen, wie man mit unseren Ausscheidungen verfahren könnte (außer sie mit Trinkwasser in Kläranlagen zu schwemmen...).

    Zartbesaitete Menschen bitte nicht weiterlesen, es wird ekelig! 😣

    Du könntest den ganzen Tag Dein „Pipi“ im Kübel sammeln, und dann das große Geschäft damit wegspülen.

    Es gibt aber auch Systeme, die das gebrauchte Wasser vom Waschbecken in die Klospülung umleiten.


    Lieber Ludwig,

    alle Ausscheidungen des Menschen sind ein Zeichen von LEbendigkeit :-)  ?!?!?

  • 17.01.20, 14:08

    Ingrid:

     .... sich neue Techniken zu überlegen, wie man mit unseren Ausscheidungen verfahren könnte (außer sie mit Trinkwasser in Kläranlagen zu schwemmen...).

    Zartbesaitete Menschen bitte nicht weiterlesen, es wird ekelig! 😣

    Du könntest den ganzen Tag Dein „Pipi“ im Kübel sammeln, und dann das große Geschäft damit wegspülen.

    Es gibt aber auch Systeme, die das gebrauchte Wasser vom Waschbecken in die Klospülung umleiten.

  • 17.01.20, 13:42

    Ingrid:


    Danke Alfred!

    Diese Überlegungen klingen für mein (Laien-) Ohr recht realistisch.

    Alleine diese Vorstellung wäre ein Grund, sich neue Techniken zu überlegen, wie man mit unseren Ausscheidungen verfahren könnte (außer sie mit Trinkwasser in Kläranlagen zu schwemmen...).

    Gruß

    Ingrid

    Na ja, die Sache mit dem Trinkwasser könnte ja schon seit Jahrzehnten bereinigt sein, denn die Doppelverrohrung für Trink- und Nutzwasser sollte bereits seit etwa den 80er Jahren verpflichtend sein.

    In den USA wird Biomüll ja auch zumindest teilweise über den Abfluss entsorgt. Ein ähnliches Modell mit Müllhächslern könnte man natürlich auch bei uns anwenden. Die Abfälle könnten auch lokal getrocknet werden und mit dem normalen Biomüll entsorgt werden.

    Das Problem ist, die Konzepte gibt es schon seit guten 50 Jahren ... es macht nur keiner, weil es Geld kosten würde ....

  • 17.01.20, 13:17

    Ludwig:

    Alfred: Drum wird ja immer empfohlen, auf lagerfähiges Wasser zurückzugreifen.

    Das bestreite ich gar nicht, das Wasser muß gar nicht so besonders lagerfähig sein, wenn Du eh Mineralwasser trinkst, kannst Du den Vorrat nach dem Prinzip „first in - first out“ frisch halten.

    Aber irgendwann ist jeder Vorrat zu Ende und meine Überlegungen beziehen sich auf die Zeit danach, falls das Leitungswasser noch immer nicht fließt.

    Die Risikoabwägung lautet: was ist schlimmer, sicher verdursten, oder möglicherweise an verseuchtem Wasser sterben.

    Wasser ist sowieso nicht wirklich lagerfähig. Denn auch die besten (oder zumindest leicht verfügbaren) Sterilisierungsmittel (ausser Du hast einen Generator und einen UV Strahler) halten maximal 1 Jahr. Dann nimmt die Bakterienentwicklung überhand.

    Das Problem ist eher, dass sich der Körper gar nicht abhalten lässt, an Wasser zu kommen. Es gibt Fälle von Wüstenwanderern, die nicht verdurstet sind, sondern an Sand umgekommen sind. Weil sie im Delirium den Sand für Wasser gehalten haben. Und so geht's dann natürlich auch mit vergiftetem Wasser ... irgendwann ist's egal. Und was schlimmer ist, zu verdursten oder elend und ohne Hilfe an Colibakterien zu sterben ... will ich gar nicht bewerten.

    Alfred: Na ja, das its halt so ein bisser die wiener Mentalität ... nicht jeder hat die Donau vor der Haustüre, nicht einmal einen Bach.

    Menschliche Ansiedlunge sind vorwiegend an Gewässern entstanden, am Land gibt es noch Brunnen und im Gebirge wurden die Almhütten dort gebaut, wo es Quellen gab. Ich schätze einmal, mindestens 90% der Österreicher kommen binnen einer Stunde zu Fuß an Wasser heran, das man ziemlich bedenkenlos zur Körperpflege verwenden kann. Für die Häuselspülung sowieso, und das Meiste davon kann man auch mit kalkuliertem Risiko trinken. Mit dem Fahrrad in 15 Minuten. Wenn das Blackout die als Worstcase kolportierten 2 bis 3 Wochen dauert, reicht vielleicht sogar der Sprit, den Du noch im Auto hast. Zur Arbeit zu fahren hat für die meisten bei Stromausfall sowieso keinen Sinn.

    In Deinem konkreten Fall:

    Als Jugendliche sind wir mit den Mopeds nach Gerasdorf zu einem Schotterteich baden gefahren, den, bzw. die (es waren mehrere) wird es wohl noch geben.

    Und was ist mit dem Marchfeldkanal?

    Selbst die Donau erreichst Du mit dem Fahrrad binnen einer halben Stunde.

    Schotterteiche gibt's genug. Auf den Marchfeldkanal kann man halt nicht so sehr setzen, weil der Donauwasser ist. Auch der Badeteich in Gerasdorf ist zu nahe am Marchfeldkanal, als dass das Wasser ausreichend gefiltert wäre. Die anderen Schotterteilche sind zwar von der Grundwasserlage besser, aber im einen stehen noch die Maschinen ....

    Die meisten Brunnen sind heute so klein, dass sie maximal mit einer Pumpe (natürlich elektrisch) zu betreiben sind. Also wieder ein Fall für den Dieselgenerator .... Wobei wir da natürlich wiederum für die Bevorratung von Diesel ja gesetzliche Vorschriften haben ....

    Alfred: Die meisten Kanäle werden sich mangels Wasserdurchflusses wahrscheinlich verlegen.

    Da wäre halt Meinungsbildung gefragt. Wenn man den Leuten klar macht, daß sie nach Zusammenbruch der Wasserversorgung gefälligst Wasser für die Spülung holen sollen, kann man den Ausfall der Kanalisation um einige Tage herauszögern.

    Andererseits, vielleicht ist es auch gscheiter, wenn niemand spült. Dann kommt der Inhalt der Kloschüssel gar nicht bis zum Kanal und kann diesen auch nicht verstopfen.

    Genau das ist ja meine Absicht mit dem Artikel. Wenigstens einmal ein bisschen Bewusstsein zu schaffen, dass es bereits morgen sein kann, dass wir uns auf unseren Luxus nicht mehr verlassen können.

    Alfred:   ....   Binden, Windeln etc.

    Dieses Zeug gehört schon zu Normalzeiten nicht ins Klo, vielleicht kann man die Menschen (Meinungsbildung) dazu bringen, sich wenigstens dran zu halten, wenn das Leitungswasser versiegt.

    Alfred: wenn wir dann die Fäkalien in den Bächen haben

    Wenn es ausschließlich menschliche Exkremente sind, damit werden fließende Gewässer ganz gut fertig. Man müßte nur (schon wieder Meinungsbildung) für die maximal 3 Wochen auf alle Wasch- und Reinigungsmittel verzichten. Die Waschmaschine geht ja ohne Strom eh nicht und heutzutage besitzt doch jeder genug Wäsche, daß er einen Monat ohne Waschen auskommen könnte.

    Na ja, leder nein, denn es geht ja weniger um die Exkremente, sondern um das, was sie mit sich bringen. Zum einen schon diverse Bakterien aus dem Darm, die nicht so ganz gesund sind, zum Anderen aber natürlich auch alle Krankheitserreger die die Leute haben.

    Wenn die Kanalisation nicht mehr geht, hätte ich kein schlechtes Gewissen, den Nachttopf in der nächsten Grünanlage zwischen den Sträuchern auszuschütten. Wenn das alle machen, sieht es eklig aus und riecht auch nicht besonders gut, aber bis es von dort ins Grundwasser gelangt, ist es vom Boden soweit abgebaut, daß keine Gefahr besteht.

    Der öffentliche "Donnerbalken" wäre sicher eine Idee.

    Alfred: Rückhaltebecken gibt es nur für die reinen Regenwasserkanäle, nicht aber für die Abwasserkanäle.

    Keine Ahnung, ob es technisch möglich ist, die Kanalisation notfalls in diese Becken umzuleiten. Wenn es diese Möglichkeit nicht gibt, ist es höchste Zeit, sie zu schaffen.

    Würde ich nicht behaupten. Denn wenn die Kanalisation mit allen Abfallstoffen da hin umgeleitet würde, wären die auch bald hin, weil Du ja keinen Mechanismus hast, um die Abfallstoffe wieder herauszubringen ... und dann gäbe es bei Starkregen ein Problem.

    Ingrid: Versuch mal mit einem Kübel das Klo nachzuspülen....

    Hab ich schon. Als im Haus die Steigleitung getauscht wurde. Es geht problemlos.

    Da kannst Du aber auch locker 10l von der Wasserleitung nachschütten bzw. ja auch die Spülung auffüllen (so nicht perverserweise in die Wand eingebaut). Aber wenn Du die 10l mal besorgen musst, dann schaut das Problem auch wieder anders aus ....

  • 17.01.20, 00:22

    Alfred: Drum wird ja immer empfohlen, auf lagerfähiges Wasser zurückzugreifen.

    Das bestreite ich gar nicht, das Wasser muß gar nicht so besonders lagerfähig sein, wenn Du eh Mineralwasser trinkst, kannst Du den Vorrat nach dem Prinzip „first in - first out“ frisch halten.

    Aber irgendwann ist jeder Vorrat zu Ende und meine Überlegungen beziehen sich auf die Zeit danach, falls das Leitungswasser noch immer nicht fließt.

    Die Risikoabwägung lautet: was ist schlimmer, sicher verdursten, oder möglicherweise an verseuchtem Wasser sterben.

    Alfred: Na ja, das its halt so ein bisser die wiener Mentalität ... nicht jeder hat die Donau vor der Haustüre, nicht einmal einen Bach.

    Menschliche Ansiedlunge sind vorwiegend an Gewässern entstanden, am Land gibt es noch Brunnen und im Gebirge wurden die Almhütten dort gebaut, wo es Quellen gab. Ich schätze einmal, mindestens 90% der Österreicher kommen binnen einer Stunde zu Fuß an Wasser heran, das man ziemlich bedenkenlos zur Körperpflege verwenden kann. Für die Häuselspülung sowieso, und das Meiste davon kann man auch mit kalkuliertem Risiko trinken. Mit dem Fahrrad in 15 Minuten. Wenn das Blackout die als Worstcase kolportierten 2 bis 3 Wochen dauert, reicht vielleicht sogar der Sprit, den Du noch im Auto hast. Zur Arbeit zu fahren hat für die meisten bei Stromausfall sowieso keinen Sinn.

    In Deinem konkreten Fall:

    Als Jugendliche sind wir mit den Mopeds nach Gerasdorf zu einem Schotterteich baden gefahren, den, bzw. die (es waren mehrere) wird es wohl noch geben.

    Und was ist mit dem Marchfeldkanal?

    Selbst die Donau erreichst Du mit dem Fahrrad binnen einer halben Stunde.

    Alfred: Die meisten Kanäle werden sich mangels Wasserdurchflusses wahrscheinlich verlegen.

    Da wäre halt Meinungsbildung gefragt. Wenn man den Leuten klar macht, daß sie nach Zusammenbruch der Wasserversorgung gefälligst Wasser für die Spülung holen sollen, kann man den Ausfall der Kanalisation um einige Tage herauszögern.

    Andererseits, vielleicht ist es auch gscheiter, wenn niemand spült. Dann kommt der Inhalt der Kloschüssel gar nicht bis zum Kanal und kann diesen auch nicht verstopfen.

    Alfred:   ....   Binden, Windeln etc.

    Dieses Zeug gehört schon zu Normalzeiten nicht ins Klo, vielleicht kann man die Menschen (Meinungsbildung) dazu bringen, sich wenigstens dran zu halten, wenn das Leitungswasser versiegt.

    Alfred: wenn wir dann die Fäkalien in den Bächen haben

    Wenn es ausschließlich menschliche Exkremente sind, damit werden fließende Gewässer ganz gut fertig. Man müßte nur (schon wieder Meinungsbildung) für die maximal 3 Wochen auf alle Wasch- und Reinigungsmittel verzichten. Die Waschmaschine geht ja ohne Strom eh nicht und heutzutage besitzt doch jeder genug Wäsche, daß er einen Monat ohne Waschen auskommen könnte.

    Wenn die Kanalisation nicht mehr geht, hätte ich kein schlechtes Gewissen, den Nachttopf in der nächsten Grünanlage zwischen den Sträuchern auszuschütten. Wenn das alle machen, sieht es eklig aus und riecht auch nicht besonders gut, aber bis es von dort ins Grundwasser gelangt, ist es vom Boden soweit abgebaut, daß keine Gefahr besteht.

    Alfred: Rückhaltebecken gibt es nur für die reinen Regenwasserkanäle, nicht aber für die Abwasserkanäle.

    Keine Ahnung, ob es technisch möglich ist, die Kanalisation notfalls in diese Becken umzuleiten. Wenn es diese Möglichkeit nicht gibt, ist es höchste Zeit, sie zu schaffen.

    Ingrid: Versuch mal mit einem Kübel das Klo nachzuspülen....

    Hab ich schon. Als im Haus die Steigleitung getauscht wurde. Es geht problemlos.

    Ingrid: da ich ein Terra Preta-Verfechter Fan bin

    Für Leute, die Haus und Garten haben, sicher ein sinnvoller Ansatz.

    Vielleicht ist ja noch ein Sack Grillkohle da.

    In der Wohnung, im zweiten Stock im Gemeindebau, fang ich mir das wegen 3 Wochen Blackout sicher nicht an. Obwohl sich meine Topfpflanzen drüber freuen würden.

  • 16.01.20, 18:47


    Danke Alfred!

    Diese Überlegungen klingen für mein (Laien-) Ohr recht realistisch.

    Alleine diese Vorstellung wäre ein Grund, sich neue Techniken zu überlegen, wie man mit unseren Ausscheidungen verfahren könnte (außer sie mit Trinkwasser in Kläranlagen zu schwemmen...).

    Gruß

    Ingrid

  • 16.01.20, 14:37

    Ludwig:

    Ingrid:

    Das angesprochene Problem ist ernst. Und ich möchte mir nicht vorstellen, was allein damit passieren würde !

    Liebe Ingrid.

    Ich nehme das Problem ernst.

    Ich schwimme in der wärmeren Jahreszeit regelmäßig im Entlastungsgerinne,

    ohne dabei zu Schaden zu kommen.

    Das heißt, ich würde das Wasser ohne Bedenken verwenden um mich zu waschen.

    Zum Geschirrwaschen kann ich sicherheitshalber ein paar Tropfen Klorix zufügen.

    Ich hab das Wasser aus dem Gerinne auch schon geschluckt, wenn mir unerwartet eine Welle entgegenkam, auch ohne Folgen. Bevor ich verdurste, würde ich das Wasser aus der neuen Donau auch trinken. Solange ich Gas habe, könnte ich es abkochen.

    Zum Klo Spülen ist es auf jeden Fall geeignet.

    Na ja, das its halt so ein bisser die wiener Mentalität ... nicht jeder hat die Donau vor der Haustüre, nicht einmal einen Bach. Nicht jeder KANN zur Donau marschieren und Kanisterweise Wasser holen.

    Zum sterilisieren des Wassers gibt's im Campingbedarf Chlortabletten. Die kann man auf jeden Fall auf Lager haben.

    Alfred: ... wie geht's denn den Kläranlagen, und wie lange brauchen die, bis sie die eingetrocknete Scheisse dann wieder abgekratzt haben ...?

    Ein paar Tage (wahrscheinlichstes Szenario für ein längeres Blackout) werden die Kanäle und Rückhaltebecken das Abwasser wohl aufnehmen können.

    Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit, die Abwässer im Katastrophenfall an der Kläranlage vorbei in die Donau zu leiten.

    Eine Seuchengefahr durch rückgestautes Abwasser ist frühestens nach einer Woche zu befürchten.

    Die meisten Kanäle werden sich mangels Wasserdurchflusses wahrscheinlich verlegen. Binnen 2 Tagen sind Klopapier, Binden, Windeln etc. steinhart und blockieren die Kanäle.

    Rückhaltebecken gibt es nur für die reinen Regenwasserkanäle, nicht aber für die Abwasserkanäle. Gerade die Kleinkläranlagen in vielen Gemeinden werden da recht stark betroffen sein, dass sie bald übergehen. Und wenn wir dann die Fäkalien in den Bächen haben, dann ist's auch Sense mit Trinkwasser. Es wäre da sogar davon auszugehen, dass die Kläranlagen als Notoperation sowieso die Tanks ablassen, um das hart werden der Masse zu verhindern. Fließwasser ist dann sicher auf Tage und Wochen versaut, Grundwasser wahrscheinlich über mindestens einige Monate, je nach Strömung. Drum wird ja immer empfohlen, auf lagerfähiges Wasser zurückzugreifen.

  • 16.01.20, 09:31

    Ludwig:

    Ingrid:

    Das angesprochene Problem ist ernst. Und ich möchte mir nicht vorstellen, was allein damit passieren würde !

    Liebe Ingrid.

    Ich nehme das Problem ernst.

    Ich schwimme in der wärmeren Jahreszeit regelmäßig im Entlastungsgerinne,

    ohne dabei zu Schaden zu kommen.

    Das heißt, ich würde das Wasser ohne Bedenken verwenden um mich zu waschen.

    Zum Geschirrwaschen kann ich sicherheitshalber ein paar Tropfen Klorix zufügen.

    Ich hab das Wasser aus dem Gerinne auch schon geschluckt, wenn mir unerwartet eine Welle entgegenkam, auch ohne Folgen. Bevor ich verdurste, würde ich das Wasser aus der neuen Donau auch trinken. Solange ich Gas habe, könnte ich es abkochen.

    Zum Klo Spülen ist es auf jeden Fall geeignet.

    Alfred: ... wie geht's denn den Kläranlagen, und wie lange brauchen die, bis sie die eingetrocknete Scheisse dann wieder abgekratzt haben ...?

    Ein paar Tage (wahrscheinlichstes Szenario für ein längeres Blackout) werden die Kanäle und Rückhaltebecken das Abwasser wohl aufnehmen können.

    Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit, die Abwässer im Katastrophenfall an der Kläranlage vorbei in die Donau zu leiten.

    Eine Seuchengefahr durch rückgestautes Abwasser ist frühestens nach einer Woche zu befürchten.


    Danke Ludwig.

    Klingt ja ganz gut was Du schreibst.

    In der Praxis - so glaube ich - wär das wohl nicht so einfach....

    Versuch mal mit einem Kübel das Klo nachzuspülen.... da geht kaum was runter... fehlt wohl der Druck.

    Ausserdem hätten sehr sehr viele Menschen Probleme, das Wasser aus irgenwelchen Flüssen, Teichen mit Kübeln heranzuschaffen. Inzwischen würden die Exkremente schon das ihrige anrichten.....

    Das wäre - m.E. - ein PRoblem, das noch vor dem Verdursten käme.

    Ingrid

    NS: da ich ein Terra Preta-Verfechter Fan bin, konfrontiert mich dieses Szenario natürlich mit dem großen Unsinn der WC-Spülungen. Der natürliche KReislauf würde anderes erfordern

  • 16.01.20, 09:26

    Alfred:


    Nachdem der Blackout ja vorerst einmal theoretisch abgesagt ist (praktisch kann er natürlich genau diese Minute passieren), hier eine sehr gute Dokumentation zu den Eiffelvulkanen und ihren Folgen ... von denen auch wir in Österreich grossflächig betroffen wären.

    https://www.youtube.com/watch?v=d-DdqeEX-IE


    kurzes Exzerpt möglich lieber Alfred ?

    Wär super.

    Gruß und Dank

    von Ingrid

  • 15.01.20, 21:49

    Ingrid:

    Das angesprochene Problem ist ernst. Und ich möchte mir nicht vorstellen, was allein damit passieren würde !

    Liebe Ingrid.

    Ich nehme das Problem ernst.

    Ich schwimme in der wärmeren Jahreszeit regelmäßig im Entlastungsgerinne,

    ohne dabei zu Schaden zu kommen.

    Das heißt, ich würde das Wasser ohne Bedenken verwenden um mich zu waschen.

    Zum Geschirrwaschen kann ich sicherheitshalber ein paar Tropfen Klorix zufügen.

    Ich hab das Wasser aus dem Gerinne auch schon geschluckt, wenn mir unerwartet eine Welle entgegenkam, auch ohne Folgen. Bevor ich verdurste, würde ich das Wasser aus der neuen Donau auch trinken. Solange ich Gas habe, könnte ich es abkochen.

    Zum Klo Spülen ist es auf jeden Fall geeignet.

    Alfred: ... wie geht's denn den Kläranlagen, und wie lange brauchen die, bis sie die eingetrocknete Scheisse dann wieder abgekratzt haben ...?

    Ein paar Tage (wahrscheinlichstes Szenario für ein längeres Blackout) werden die Kanäle und Rückhaltebecken das Abwasser wohl aufnehmen können.

    Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit, die Abwässer im Katastrophenfall an der Kläranlage vorbei in die Donau zu leiten.

    Eine Seuchengefahr durch rückgestautes Abwasser ist frühestens nach einer Woche zu befürchten.

  • 15.01.20, 16:34


    Nachdem der Blackout ja vorerst einmal theoretisch abgesagt ist (praktisch kann er natürlich genau diese Minute passieren), hier eine sehr gute Dokumentation zu den Eiffelvulkanen und ihren Folgen ... von denen auch wir in Österreich grossflächig betroffen wären.

    https://www.youtube.com/watch?v=d-DdqeEX-IE

  • 15.01.20, 16:31

    Ingrid:


    Lieber Ingo.

    Interessante Überlegung.

    Ich glaube, dass in einem solchen Fall viele Lebensbereiche betroffen wären. Bis zu einem gewissen Grad sogar alle Lebensbereiche.

    Das größte Problem wäre m.E. tatsächlich die Entsorgung der Fäkalien. Denn die WC Spülungen würden nicht mehr gehen und meines ERachtens noch am selben Tag hygienische bzw Rattenprobleme extremen Ausmaßes auftauchen

    Gruß

    Ingrid

    Es sind sogar ganz sicher alle Lebensbereiche betroffen ... soferne es sie überhaupt noch gibt. Denn ohne Kommunikation, ohne Verkehr, ohne IT, geht bei uns nicht mehr viel.

    Also vor dem Rattenproblem haben wir ganz andere Probleme ... denn wenn die Klospülung nicht geht, dann hast Du auch kein Wasser im Haus. 3 Tage ohne Wasser, ab dann wird's ganz schön hart ... da hätte der Winter seine Voteile, zumindest wenn man Schnee schmelzen kann.

    Aber das WC Problem bringt natürlich auf eine andere Idee ... wie geht's denn den Kläranlagen, und wie lange brauchen die, bis sie die eingetrocknete Scheisse dann wieder abgekratzt haben ...?

    Könnte sein, dass es da noch weitaus länger Nachfolgeprobleme gibt ... da alles dann ja nur langsam wieder anlaufen kann.

  • 15.01.20, 15:54


    Lieber Ludwig.

    Nette Idee..... :-)

    Das angesprochene Problem ist ernst. Und ich möchte mir nicht vorstellen, was allein damit passieren würde !

    Gruß

    Ingrid

  • 15.01.20, 11:09

    Ingrid:

     .... Denn die WC Spülungen würden nicht mehr gehen

    Das halt ich für das kleinste Problem.

    Da hol ich mir jeden Tag einen Kübel Wasser aus der Donau.

  • 15.01.20, 11:04

    Ingo:

    ....  Lieferwagen nicht mehr betankt werden

    So gesehen halte ich eine Verpflichtung für Tankstellen, ein Notstromaggregat bereitzuhalten, für Sinnvoll. Ein Bißchen Treibstoff dafür haben sie ja. 😌

    Selbst ohne Verpflichtung.

    Ein Tankstellenpächter, der trotz Blackout Treibstoff verkaufen kann,

    hätte einen enormen Wettbewerbsvorteil.

    Vorausgesetzt, seine Tanks sind halbwegs voll.

    Ingo:

    ....  funktionieren die computergestützten Logistiksysteme nicht mehr,

    Auch für Pharmagroßhändler halte ich eine gesetzliche Verpflichtung, einige Tage mit Notstrom überbrücken zu können, für zumutbar.

    Auch bei denen ist es in eigenem Interesse, einen Teil des Umsatzes aufrechterhalten zu können.

    Das selbe gilt natürlich auch für die Apotheken selbst, wenn ich mir so eine moderne Apotheke ansehe, bin ich mir nicht so sicher, ob die ohne Rechnerunterstützung jedes lagernde Medikament finden.

    Die Kommunikation zwischen Apotheke und Großhändler kann notfalls ganz altmodisch, in Form von Schriftstücken (auf Papier) erfolgen, die man den Fahrern mitgibt.

    Wenn es denn schon vor dem Blackout einen Notfallsplan gibt.

    Ingo:

    Da bleibt nur mehr zu hoffen, dass die Patienten selber einige(s) an erforderlichen Medikamenten bei sich verfügbar haben.

    Da würde ich die Kirche im Dorf lassen. Wir reden von einer Woche.

    So viel ist in einer angebrochenen Packung.

    Außer, das Murphysche Gesetz schlägt zu.

    Oder bei einer unerwarteten Neuerkrankung.

    Wenn Du noch einen Arzt findest, der in der Lage ist, ohne Strom eine Diagnose zu stellen und ein Rezept zu schreiben.

  • 15.01.20, 11:02


    Lieber Ingo.

    Interessante Überlegung.

    Ich glaube, dass in einem solchen Fall viele Lebensbereiche betroffen wären. Bis zu einem gewissen Grad sogar alle Lebensbereiche.

    Das größte Problem wäre m.E. tatsächlich die Entsorgung der Fäkalien. Denn die WC Spülungen würden nicht mehr gehen und meines ERachtens noch am selben Tag hygienische bzw Rattenprobleme extremen Ausmaßes auftauchen

    Gruß

    Ingrid

  • 15.01.20, 07:17

    ergänzt zur Debatte und weil's gerade aktuell in den Medien erscheint: Eine Sache, die jetzt nicht unbedingt mit einem großflächigen und lang andauernden Stromausfall zusammenhängen muss, aber im Falle eines solchen Blackouts unmittelbar schlagend wird - das große Problem mit der Versorgung mit (lebensnotwendigen) Medikamenten.

    Denn in Zeiten wie diesen haben Apotheken - nicht zuletzt aus Kostengründen - kaum mehr Lagerbestände, die über einen (Halb)tagesbedarf hinausgehen. Anstelle dessen beliefern Großhändler und Pharmakonzerne mehrmals täglich die niedergelassenen Apotheken mit den angeforderten Medikamenten und Sanitätsgütern.

    „Gefährdung nur mehr Frage der Zeit“

    Immer mehr Medikamente sind in Österreich nicht verfügbar. Das Problem hat sich im vergangenen Jahr stark verschärft. Die Gründe dafür sind komplex, Gewinnmaximierung und Versorgungssicherheit stehen im Widerspruch. Eine Spurensuche.

    https://science.orf.at/stories/2997128/

    Kommt es nun zu einem Blackout und können die in den Regionen rotierenden Lieferwagen nicht mehr betankt werden und/oder funktionieren die computergestützten Logistiksysteme nicht mehr, kommt es sehr schnell zu kritischen Engpässen. Da bleibt nur mehr zu hoffen, dass die Patienten selber einige(s) an erforderlichen Medikamenten bei sich verfügbar haben. Oder aber sie werden versuchen, die Apotheken der Krankenhäuser zu "stürmen", um ihren persönlichen Bedarf dort zu decken.

  • 14.01.20, 23:03

    Alfred: und ich habe auch den Verdacht, dass ja auch die "intelligenten Stromzähler", die ja überall bereits eingebaut werden, und selektiv einen Haushalt abschalten können,

    Und damit provozieren sie schon die ersten „Plünderungen“.

    So ein Stromzähler ist schnell überbrückt, das bringt jeder Zehnjährige zusammen.

    Die Hemmschwelle ist gering, in Gefahr brauchst Du Dich nicht zu begeben, im Gegensatz zum Supermarkt, wo Du einem mit Schlagstöcken bewaffneten Wachdienst in die Arme laufen kannst. Oder einem Plündererkollegen, der genau jene Artikel will, die Du schon hast.

    Natürlich ist das mit dem Stromzähler verboten und strafbar.

    Vor allem die Aufklärungsquote liegt bei 100%, weil die beim Netzbetreiber sofort eine Fehlermeldung auf den Schirm bekommen.

    Nur haben die bei einem Blackout was Anderes zu tun, als jedem kleinen Stromdieb gleich einen Kontrollor an den Hals zu hetzen.

    Nachdem die paar Kilowattstunden, die Du „erbeutest“ weniger kosten, als Deine mögliche Beute im Lebensmittelmarkt, wird ein etwaiges Verfahren wohl wegen Geringfügigkeit eingestellt.